Kalkofen irreparabel: Zuckerfabrik Frauenfeld stoppt Produktion

Die Zuckerfabrik Frauenfeld musste am 23. November 2025 wegen eines unerwarteten technischen Defekts die Produktion stoppen. Nach eingehender Untersuchung steht fest: Eine Reparatur des Kalkofens ist ökonomisch nicht mehr sinnvoll. Der Ofen wird stillgelegt. Die Schweizer Zucker AG arbeitet intensiv an alternativen Logistik- und Versorgungslösungen, um die laufende Kampagne zu retten und die Zukunft des Standorts Frauenfeld zu sichern.

Zuckerfabrik in Aarberg. Hier ist man mit den Rübenlieferungen aus der Westschweiz bereits gut ausgelastet.

Zuckerfabrik in Aarberg. Hier ist man mit den Rübenlieferungen aus der Westschweiz bereits gut ausgelastet.

Seit dem 23. November steht die Zuckerfabrik Frauenfeld still, nachdem der Kalkofen – ein zentrales Element der Zuckerherstellung – ausgefallen war.  Am 28. November 2025 ergab eine Untersuchung des nach mehrtägiger Abkühlung geleerten Ofens strukturelle Schäden an der feuerfesten Verschalung. Diese Schäden traten trotz jährlicher Wartung auf.

Die Schätzung der notwendigen Instandsetzungsarbeiten hat nun gezeigt, dass eine Reparatur ökonomisch nicht mehr vertretbar ist. Der Kalkofen wird daher stillgelegt und in absehbarer Zeit zurückgebaut.

Herausforderung Logistik und Betriebsstoffe

Die Schweizer Zucker AG setzt alles daran, die Fabrik Frauenfeld – zumindest mit reduzierter Kapazität – wieder in Betrieb zu nehmen. Dafür müssen die benötigten Betriebsstoffe (gebrannter Kalk und Kohlenstoffdioxid/CO2), die normalerweise der Ofen liefert, extern beschafft werden. Der genaue Zeitpunkt der Wiederaufnahme ist noch offen.

Gleichzeitig muss die Logistik für die noch ausstehenden 580'000 Tonnen Rüben angepasst werden:

  • Verlagerung nach Aarberg: Ein Grossteil der Rüben, die für Frauenfeld bestimmt waren, wird nun per Bahn zum zweiten Werk in Aarberg transportiert.
  • Verzögerungen: Da Aarberg durch die Lieferungen der Westschweiz bereits stark ausgelastet ist, führt die Umlenkung zu Verzögerungen in der gesamten Schweiz.
  • Kampagnendauer: Die Kampagne wird sich deshalb voraussichtlich bis über den Januar hinaus verlängern.

Die Schweizer Zucker AG bittet alle Beteiligten – insbesondere die Landwirte – um Verständnis und Geduld angesichts dieser Umstände.

Standort und Versorgung gesichert

Trotz des gravierenden Vorfalls hält die Schweizer Zucker AG fest, dass weder die Zuckerfabrik Frauenfeld noch die Schweizer Zuckerproduktion als Ganzes gefährdet sind. Der Standort Frauenfeld wird auch 2026 und in den folgenden Jahren Zucker produzieren.

Parallel zu den aktuellen Notlösungen zur Sicherung der laufenden Kampagne werden bereits Optionen für die Zukunft geprüft. Diese reichen vom Neubau eines Kalkofens bis hin zur permanenten externen Zuführung der Betriebsstoffe.

Wichtig für die Kunden: Der Zuckerverkauf und die Lieferungen sind von dem Ausfall nicht betroffen. Alle Bestellungen werden mengen- und termingerecht ausgeführt.

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