Getreidejahr 2025: Markante Erholung nach Vorjahrestief

Nach den massiven Ernteverlusten des Vorjahres kann die Schweizer Getreidebranche 2025 aufatmen. Dank deutlich höherer Erträge und einer soliden Qualität ist die Versorgung mit Brotgetreide bis weit ins Jahr 2026 gesichert.

Brot- und Futtergetreidekulturen sind mit knapp 140’000 Hektaren die flächenmässig wichtigsten Ackerkulturen in der Schweiz. (Bild: lid)

Brot- und Futtergetreidekulturen sind mit knapp 140’000 Hektaren die flächenmässig wichtigsten Ackerkulturen in der Schweiz. (Bild: lid)

Die Brotgetreideernte 2025 markiert eine starke Trendwende: Mit insgesamt 403’400 Tonnen backfähigem Getreide wurde das Ergebnis des Vorjahres um 77 Prozent übertroffen. Damit liegt die Erntemenge rund 26 Prozent über dem Fünfjahresschnitt. Dank eines sonnigen Frühlings mit geringem Krankheitsdruck konnten die Bestände ihr volles Potenzial ausschöpfen. Trotz verzögerter Erntearbeiten durch Regenfälle Ende Juli resultiert ein komfortabler Versorgungssaldo von 112’000 Tonnen.

Hohe Qualität und Lebensmittelsicherheit

Die aktuellen Analysen bescheinigen dem Mahlweizen 2025 ein sehr gutes Qualitätsbild:

  • Hektolitergewicht: Mit durchschnittlich 82,4 kg/hl liegt dieser Wert über dem langjährigen Mittel.
  • Proteingehalt: Bei 13,4 Prozent zeigt sich eine solide Qualität, die deutlich über dem Fünfjahresschnitt liegt.
  • Sicherheit: Die Mykotoxin-Belastung ist äusserst gering; in 96 Prozent der Proben konnten keine oder nur minimale Rückstände nachgewiesen werden.

Herausforderungen im Futtergetreide und Weltmarkt

Während die inländische Gerstenproduktion mit 144’000 Tonnen zwar über dem Vorjahr, aber aufgrund kleinerer Anbauflächen unter dem Ergebnis von 2023 blieb, sorgt der internationale Markt für Druck. Weltweit hohe Produktionsmengen haben die Börsenpreise für Standardweizen seit Jahresbeginn um rund 24 Prozent sinken lassen. Diese Entwicklung schränkt die Spielräume für die inländische Preisgestaltung spürbar ein.

Fazit

Trotz der erfreulichen Erntemengen und der hohen Qualität wächst der Druck auf die Produzenten. Das Spannungsfeld zwischen sinkenden Weltmarktpreisen, agrarpolitischen Vorgaben und hohen gesellschaftlichen Anforderungen bleibt für die Branche eine zentrale Herausforderung.

 

Textquelle: lid.ch

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