Hohe Qualität aber wirtschaftliche Sorgen im Schweizer Weinbau 2025

Das Weinjahr 2025 präsentiert sich als Jahr der Gegensätze: Während das Klima für eine qualitativ hochwertige Ernte sorgte, bleibt die wirtschaftliche Lage der Branche aufgrund sinkender Konsumzahlen und hohem Importdruck prekär.

Winzer dürfen sich zwar auf einen qualitativ hochwertigen Jahrgang freuen, müssen aber Abstriche beim Ertragsvolumen machen. (Bild: lid)

Winzer dürfen sich zwar auf einen qualitativ hochwertigen Jahrgang freuen, müssen aber Abstriche beim Ertragsvolumen machen. (Bild: lid)

In den Schweizer Rebbergen herrscht mit Blick auf den Jahrgang 2025 Zuversicht. «Dank eines günstigen Klimas und der hervorragenden Arbeit der Winzerinnen und Winzer erwarten wir in allen Regionen einen sehr schönen Jahrgang», sagt Philippe Herminjard vom Branchenverband Vignoble Suisse. Nach dem schwierigen Jahr 2024 blieb der Pilzdruck durch Mehltau moderat, lediglich die Graufäule erforderte kurz vor der Ernte vielerorts eine sorgfältige Selektion von Hand.

Gute Reife, aber geringere Erntemengen

Trotz der vorteilhaften Witterung mit Temperaturen über dem Durchschnitt fallen die Erntemengen niedriger aus als erhofft. In der Deutschschweiz wird ein Minus von rund 10 Prozent erwartet, im Wallis liegt der Rückgang sogar bei etwa 25 Prozent – insbesondere bei den autochthonen Sorten. Damit wird 2025 mengenmässig kein vollständiges Erholungsjahr nach der historisch tiefen Ernte des Vorjahres. Grund für die Einbussen waren teils Niederschläge zur Unzeit sowie der hohe Sortieraufwand aufgrund von Graufäule.

Die Branche in der Wirtschaftskrise

Hinter der qualitativen Freude verbirgt sich eine ernste wirtschaftliche Krise. Der Weinkonsum in der Schweiz sinkt stetig, während der Markt durch preiswerte Importe gesättigt wird. «Heute stammen zwei von drei konsumierten Flaschen aus dem Ausland», warnt Herminjard. Da die inländische Produktion den aktuellen Konsum übersteigt, ist der Preisdruck auf Schweizer Weine so hoch wie nie zuvor. Höhere Produktionskosten aufgrund strenger sozialer und ökologischer Standards erschweren den Wettbewerb zusätzlich. Die Folgen sind bereits spürbar: Sinkende Verkaufszahlen in allen Kanälen führen dazu, dass in ersten Regionen Rebflächen vernachlässigt werden.

Suche nach nachhaltigen Lösungen

Um den Sektor zukunftsfähig zu machen, setzt die Branche verstärkt auf Forschung und robustere Rebsorten. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln (PPh) soll weiter reduziert werden. Ein Hoffnungsträger sind die pilzwiderstandsfähigen Sorten (Piwi). Die Praxis zeigt jedoch, dass auch diese Sorten mit der Zeit wieder empfindlicher werden können. Die Suche nach langfristig resistenten Reben bleibt daher eine zentrale Aufgabe für die kommenden Jahre, um den Schweizer Weinbau ökologisch und ökonomisch zu stabilisieren.

 

Text Quelle: lid.ch 

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