Das Jahr 2025 bot den Produzentinnen und Produzenten mehrheitlich gute Anbaubedingungen. Nach einem idealen Start im Frühling und einer entspannten Situation durch Niederschläge im Juli konnten überdurchschnittliche Erträge erzielt werden. Krankheiten traten im Vergleich zum Vorjahr deutlich seltener auf.
- Konventioneller Anbau: Die Nettoerträge lagen mit 393 kg/Are rund 17 Prozent über dem Fünfjahresschnitt.
- Bio-Kartoffeln: Mit 291 kg/Are wurde das fünfjährige Mittel sogar um 35 Prozent übertroffen.
- Versorgungslage: In fast allen Segmenten ist die Versorgung mit inländischen Kartoffeln sehr gut; lediglich bei den Frites-Kartoffeln besteht eine leichte Unterversorgung.
Logistik als Nadelöhr
Die hohen Erntemengen und die gleichzeitige Reife vieler Felder führten zu Engpässen in der Logistik. Insbesondere der Mangel an Paloxen für Transport und Lagerung forderte die gesamte Wertschöpfungskette heraus. Zudem zeigt sich, dass die stationären Annahmeanlagen bei Handel und Verarbeitern teilweise Mühe haben, mit der hohen Leistungsfähigkeit der modernen Erntetechnik Schritt zu halten. Durch pragmatische Zusammenarbeit der Beteiligten konnte die Situation im Saisonverlauf jedoch entschärft werden.
Preisdruck trotz guter Qualitäten
Das hohe Angebot wirkte sich spürbar auf die Preise aus:
- Speisekartoffeln: Aufgrund der hohen Erträge bei stabiler Nachfrage wurden die Richtpreise am unteren Ende des vereinbarten Preisbandes festgelegt.
- Industriekartoffeln: Hier blieben die Fixpreise stabil, wobei durch gelockerte Qualitätsvorgaben aktiv gegen Food Waste vorgegangen wird.
Trotz der guten Ernte bleiben die hohen Anbaukosten und die Risiken für die Betriebe eine Herausforderung. Preiserhöhungen für die Produzenten sind für das kommende Jahr derzeit nicht vorgesehen.
Text Quelle: lid.ch